Die Bestpreisklausel bei Booking.com ist Geschichte – klingt erstmal nach einer guten Nachricht. Hotels dürfen ihre Zimmer jetzt auch auf der eigenen Website günstiger anbieten als auf Booking. Verbraucherorganisationen jubeln, Politiker verkaufen es als Sieg für die Reisenden.
Die Realität? Weniger euphorisch. Denn günstiger wird es nur für die, die nachhaken, vergleichen und manchmal auch ein bisschen Glück haben.
Was hat sich geändert?
Bisher galt: Hotels durften auf ihrer eigenen Website keinen besseren Preis anbieten als auf Booking. Auf anderen Portalen (z. B. Expedia) war das zwar erlaubt – in der Praxis aber selten, weil viele Hotels alle Preise synchron hielten.
Das EuGH-Urteil 2024 hat diese „enge Bestpreisklausel“ gekippt. Heißt: Hotels können jetzt auf ihrer eigenen Website frei kalkulieren und theoretisch günstiger sein als auf Booking.
Theoretisch.
Die Vorteile – nur wenn man sie sich holt
Direktbuchungen können günstiger sein
– Wenn Hotels den Booking-Provisionsvorteil (15–30 %) an dich weitergeben.
– Oft mit Extras: Frühstück, Upgrade, flexiblere Stornierung.
– Problem: Nur etwa jedes dritte Hotel macht das wirklich.
Mehr Spielraum für Preisverhandlungen
– Verbraucherzentralen raten: Anrufen oder mailen, fragen, ob es günstiger geht.
– Im Schwarzwald oder in Tirol oft machbar.
– In Marokko, Thailand oder China? Viel Spaß mit veralteten Webseiten, Buchungsformularen in Mandarin oder Arabisch – oder gar keiner Antwort.
Mehr Wettbewerb zwischen Portalen
– Möglich, aber keine Garantie.
– Du musst aktiv suchen und vergleichen.
Die Nachteile – mit was du rechnen musst
Kein automatischer Bestpreis mehr
– Früher konntest du dich bei Booking darauf verlassen: Wenn’s da steht, ist es nicht teurer als direkt.
– Jetzt musst du selbst prüfen – sonst zahlst du drauf.
Mehr Aufwand
– Mehrere Portale checken, Hotelwebsite suchen, evtl. anrufen oder mailen.
– Wer dafür keine Zeit hat, zahlt oft den Booking-Preis – ob der nun gut ist oder nicht.
Viele Hotels behalten den Vorteil einfach selbst
– Ohne Bestpreisklausel behalten viele den Mehrpreis ein.
– Ergebnis: Du zahlst gleich viel wie vorher, nur dass mehr beim Hotel bleibt.
Praxisbeispiel – nicht immer ist Direktbuchung günstiger

Gleiches Zimmer, gleiche Konditionen, kein Frühstück:
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Booking.com: 112 €
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Expedia: 113 €
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Hotelwebsite: 118 €
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Check24: 123,90 €
Trotz entfallener Bestpreisklausel war Booking.com hier am günstigsten – sogar günstiger als die Hotelwebsite.
Fazit – keine Wunder erwarten
Die Abschaffung der Bestpreisklausel ist kein Freifahrtschein für Schnäppchen.
Ja, wer Zeit und Lust hat zu vergleichen, kann sparen.
Aber:
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Nur etwa jedes dritte Hotel gibt den Vorteil an Gäste weiter.
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Verbraucher müssen aktiv nachhaken.
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Für Fernreisen mit Sprachhürden oder komplizierten Webseiten kann der Aufwand größer sein als der Gewinn.
Wir lieben Außergewöhnliches – aber wir lieben auch ehrliche Fakten.
Und die sind hier: Wer nicht sucht, zahlt wie vorher.

